10.02.2026
Das Bundeswirtschaftsministerium plant mit dem sogenannten Netzpaket eine grundlegende Neuausrichtung beim Ausbau von Wind- und Solarenergie. Ziel ist es, den weiteren Zubau stärker an die tatsächlichen Möglichkeiten der Stromnetze zu koppeln und Fehlanreize zu beenden, die in den vergangenen Jahren zu massiven Abregelungen und steigenden Kosten geführt haben.
Bislang galt beim Ausbau der Erneuerbaren faktisch das Windhundprinzip: Wer zuerst plant und genehmigt bekommt, erhält einen Netzanschluss – unabhängig davon, ob das Netz vor Ort überhaupt ausreichend leistungsfähig ist. Die Folge sind immer häufiger sogenannte Abregelungen: Wind- und Solaranlagen müssen bei Netzengpässen gedrosselt oder abgeschaltet werden, obwohl sie technisch Strom erzeugen könnten. Für den nicht eingespeisten Strom erhalten die Betreiber bislang eine staatliche Entschädigung.
Dieses System hat Investitionen begünstigt, die sich nicht am Bedarf des Netzes orientieren, sondern an Fördermechanismen. Die Kosten tragen am Ende die Stromkunden.
Künftig sollen Regionen wie Lüchow-Dannenberg, in denen bereits heute erhebliche Netzengpässe bestehen, als „kapazitätslimitierte Netzgebiete“ ausgewiesen werden. Maßstab ist eine Abregelungsquote von mehr als drei Prozent im Vorjahr. In diesen Gebieten soll der Neubau von Wind- und Solaranlagen nur noch unter deutlich strengeren Bedingungen möglich sein.
Konkret bedeutet das: Wer dort neue Anlagen errichten will, soll nur dann einen schnellen Netzanschluss erhalten, wenn man für bis zu zehn Jahre auf Entschädigungen bei Abregelungen verzichtet. Das wirtschaftliche Risiko wird damit nicht länger auf die Allgemeinheit abgewälzt, sondern liegt bei den Investoren selbst.
Avacon Netzleitung (Blau) in Uelzen, Lüneburg, Lüchow-Dannenberg. Rot: Engpassregion (Stand 2022). Quelle: Engpassanalyse Avacon
Ein weiterer zentraler Punkt des Netzpakets ist die Einführung von Baukostenzuschüssen. Netzbetreiber sollen künftig berechtigt sein, Betreiber neuer Erzeugungsanlagen an den Kosten für Optimierung, Verstärkung und Ausbau der Netze zu beteiligen. Auch hier gilt: Wer vom Ausbau profitiert, soll einen Teil der Kosten selbst tragen.
Damit vollzieht die Bundesregierung einen klaren Schritt weg vom bisherigen Vollkaskomodell hin zu mehr unternehmerischer Verantwortung. Standortentscheidungen sollen sich wieder stärker an realen Netzkapazitäten orientieren – nicht allein an Förderbedingungen.
Aus Sicht der Bürgerinitiative ist dieser Kurswechsel überfällig. Seit Beginn weisen wir darauf hin, dass ein ungezügelter Ausbau ohne gleichzeitigen Netzausbau zu „Geisterstrom“ führt: Strom, der nie produziert wird, aber dem Betreiber vom Stromkunden trotzdem bezahlt wird.
Dass das Wirtschaftsministerium nun selbst von einer besseren „Synchronisierung von Erneuerbaren und Netzen“ spricht und Fehlanreize abbauen will, bestätigt unsere Kritik in zentralen Punkten. Die geplanten Regelungen - sofern diese aus der Entwurfsphase kommen - tragen hoffentlich dazu bei, die bisherige Goldgräberstimmung zu beenden und den Ausbau wieder stärker an technische und wirtschaftliche Realitäten zu binden.
Das Netzpaket markiert einen wichtigen Richtungswechsel:
Weg von blindem Mengenwachstum, hin zu einem netzdienlichen, verantwortungsvollen Ausbau der Erneuerbaren. Ob die Maßnahmen ausreichen und wie sie konkret umgesetzt werden, bleibt abzuwarten. Klar ist jedoch: Die Probleme, auf die wir und andere Bürgerinitiativen seit Langem hinweisen, sind nun auch auf Bundesebene angekommen.
Richtigstellung zum EJZ-Artikel vom 11. Juli 2025
Am 11. Juli veröffentlichte die Elbe-Jeetzel-Zeitung (EJZ) einen Artikel von Rouven Groß zur Kommunalaufsichtsbeschwerde der BI Windkraft Zernien (BIWZ). Bis heute hat uns die EJZ nicht die Möglichkeit gegeben, uns zu den darin enthaltenen Vorwürfen, Unterstellungen und falschen Darstellungen zu äußern.
Wenn die EJZ über unsere Beschwerde bei der Kommunalaufsicht (KASB) berichtet, sollte sie die vollständigen Hintergründe darlegen. Der Artikel erweckt den Eindruck, wir hätten ohne klare Anhaltspunkte „ungewöhnliche Methoden“ eingesetzt, um politische Gegner zu diskreditieren. Das ist irreführend und sachlich falsch.
👉🏼 Vollständigen Artikel lesen
Update 23.05.2025
Ein herzliches Dankeschön an alle, die dabei waren! Rund 150 Gäste, Teilnehmende, Helfer und Sprecher haben den Abend zu einer gelungenen Veranstaltung gemacht. Wir freuen uns sehr über das große Interesse und die engagierten Beiträge!
Besonders bedanken möchten wir uns auch für die breite Unterstützung: 70 neue Unterzeichner konnten wir an diesem Abend für unsere Ziele gewinnen – ein starkes Zeichen, das uns sehr motiviert. Vielen Dank dafür!
Auf vielfachen Wunsch stellen wir hier einige Materialien zur Verfügung:
👉🏼 Folien des Vortrags "Windkraft in Zernien: Was ist geplant – und was können wir tun?" (PDF)
👉🏼 Folien des Vortrags "Wie schreibt man eine wirksame Stellungnahme zum RROP?" (PDF)
Zu viele Windkraftanlagen – zu wenig Nutzen, zu viel Schaden:
Eine 👉🏼 neue Petition fordert die Anpassung des Windenergieflächenbedarfsgesetzes (WindBG) an den realen Bedarf und die aktuelle Situation.
Denn: Der geplante Ausbau der Windkraft geht inzwischen weit über das hinaus, was technisch sinnvoll nutzbar ist. Immer mehr Anlagen erzeugen Strom zu Zeiten, in denen er nicht abtransportiert oder gespeichert werden kann. Die Folge: Milliardenschwere Entschädigungszahlungen für abgeregelte Anlagen, Strom-Verschenkung ins Ausland – und ein System, das fiktive Strommengen vergütet, ohne realen Nutzen zu bringen. Das belastet Mensch, Natur und Haushaltskassen gleichermaßen.
Aussetzung oder Reduzierung der im WindBG vorgesehenen 2%-Flächenvorgabe für Windkraftanlagen
Beendigung der sinnlosen Flächensuche, da bereits heute mehr Windstrom erzeugt wird, als sinnvoll nutzbar ist
Stopp der Milliardenverschwendung für nicht produzierten oder ins Ausland „verschenkten“ Strom
Stärkere Berücksichtigung von Umwelt-, Natur- und Gesundheitsschutz
Fokus auf Netzausbau und Speichertechnologien, statt auf immer neue Windanlagen
Ein Weiter-so beim Windkraftausbau ist nicht nachhaltig.
Die Gesetzgebung muss sich am tatsächlichen Bedarf und an den technischen Möglichkeiten orientieren – nicht an starren Flächenzielen.
Hilf mit, politischen Druck aufzubauen 👉🏼 unterzeichne jetzt die Petition!
⛔️ Keine Anlagen im Wald
↔️ Mehr Abstand zu Menschen
🌿 Natur- und Landschaftsschutz
🤝🏼 Bürgerbeteiligung
👉🏼 Mehr erfahren: Unsere Ziele
In Zernien sollen laut Gemeinde 2 Windparks (Sellien & Riebrau) entstehen. Diese würden Zernien östlich und westlich einkesseln. Umliegende Dörfer - wie auf der Karte zu sehen - wären ebenfalls betroffen.
👉🏼 Mehr erfahren: Umfang & Dimension der geplanten Windparks
Nutze deine Chance, Einfluss auf das Regionale Raumordnungsprogramm (RROP) zu nehmen! Deine Meinung ist gefragt – ob schriftlich oder handschriftlich. Alle Informationen und Mustervorlagen findest du im 👉🏼 RROP Ratgeber
Die Frist für die Abgabe deiner Stellungnahme endet am 10. Juni 2025.
Setze noch heute ein starkes Zeichen!
Jetzt zum 👉🏼 RROP Ratgeber
Du suchst ein kompaktes PDF mit allen wichtigen Informationen, um Dich schnell und einfach zu informieren?
Oder möchtest Du es an betroffene Nachbarn und Bekannte weitergeben?
Dann schau Dir unser 👉🏼 Infomaterial an – hier findest Du garantiert das Passende!
Ende Februar 2025 wurden wir durch 2 aufmerksame Anwohner erstmals über das geplante Windparkvorhaben in Zernien informiert, dass seit 7 Jahren (2018) ohne Bürgerbeteiligung von der Gemeinde und der Firma JUWI GmbH in Planung ist.
Mit eingeschränkten Ressourcen haben wir daraufhin in nur 2 Wochen einen "Bürgerdialog" Informationsabend organisiert (02.03.25), an dem knapp 200 Anwohner teilgenommen haben, um sich zu den geplanten Windparks zu informieren und auszutauschen (Bericht in der EJZ). Der anwesende Bürgermeister hat dann eine eigene Informationsveranstaltung angekündigt (Bericht in der EJZ).
Es wurde eine WhatsApp Gruppe organisiert um Anwohner zum Thema zu informieren, samt Zugriff auf eine Datensammlung.
Aktuell hat die Gruppe ca. 300 Mitglieder (Gruppe beitreten).
In ähnlich kurzer Zeit wurde eine Unterschriftenaktion gestartet, mit dem Ziel den Gemeinderat zu einer Rücknahme des Ratsbeschlusses vom 04.12.24 zu bewegen, in dem die Windparkflächen beantragt wurden. Knapp 300 Anwohner haben unterschrieben. Mit Erfolg: die Gemeinde kündigte an, den Beschluss zurückzunehmen. Mit einem neuem, abgeänderten Beschluss ist in naher Zukunft zu rechnen.
Proportional angepasste Fotomontage Windpark Zernien. Blickrichtung Nord-West von Seniorenpflegezentrum Lebenswärme. © Leo Agthe
Proportional angepasste Fotomontage Windpark Zernien. Blickrichtung West von Tante Enso Markt. © Leo Agthe
Information zum geplanten Projekt, sowie verschiedene damit verbundene Aspekte wie Lärmbelastung, Schattenwurf, Wertverlust von Immobilien usw. findest Du auf unserer "Hintergrund" Seite.